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Beelitz, barfuß und in den Bäumen

Ein schöner Tag in diesem "Nicht"sommer, eine liebe Freundin an der Seite, und auf geht es, neues zu entdecken. Die Heilstätten Beelitz waren mir natürlich ein Begriff, aber vertraut nur als Autobahnabfahrt. Eine halbe Stunde Bahnfahrt und 5 Minuten Fußweg trennten mich vom ersten Aha-Erlebnis. Welche Pracht! Mein Vorstellungsvermögen reicht aus, beim Betrachten der Ruinen die ganze Schönheit dieser Anlage imaginieren zu können. Die Beelitzer Heilstätten wurden vor über 100 Jahren errichtet und maßgeblich von dem Architekten Heino Schmieden gestaltet, der - zusammen mit Martin Gropius - an einer menschenbezogenen Architektursprache arbeitete, welche gestalterische Schönheit und Funktionalität vereinte.

"Die Beelitzer Heilstätten sind ein Beleg für diesen Anspruch. Noch im ruinösen Zustand von heute sind sie das schwer fassliche Dokument eines architektur-ästhetischen Überschusses und Mehrwertes, der seinerzeit für soziale und medizinische Zwecke aufgewendet wurde. Die Würde, Haltung und das Engagement, die aus den Heilstätten zu uns sprechen, scheinen heute so gut wie undenkbar, zumal sie für die einfache Bevölkerung aufgewendet wurden. Und sie sind zugleich ein Zeugnis des architektonischen Könnens, das es vor 100 Jahren noch selbstverständlich gab." (G. Zohlen, 2012)

 

Die Anlage und die Gebäude ziehen mich in den Bann, aber fast noch mehr fasziniert mich, wie die Natur sich ihr Terrain zurück erobert. Überall sprießen Pflanzen aus den Mauern und auf den Dächern haben sich Waldlandschaften angesiedelt! Auf der Weltkriegsruine des Alpenhauses wachsen seit 1945 Bäume. Schlingpflanzen ranken an den Gebäuden entlang, ein schöner und auch ein wenig gespenstischer Anblick.

Über alldem schwebt der Baumkronenpfad, der 320m lang und 23m hoch ist. Von dem 40 m hohen Aussichtsturm hat man einen wunderschönen Rundblick vom Fläming bis nach Berlin. Einen kleinen Einblick mögen die folgenden Fotos geben.


Raus aus den Schuhen, rein ins Vergnügen! Der Barfußpark, der in diesem Jahr (2017) eröffnet wurde, ist nicht nur für Kinder eine Attraktion, sondern kann auch ältere Semester wie mich begeistern. Aus über 15 ha Wald wurde ein Erlebnispark, der auf über drei Kilometer Wegstrecke alle möglichen Untergründe bietet, bis hin zu Glasscherben! Moor- und Schlammtreten, Kneipsche Anwendungen, 60 verschiedene Naturerlebnisstationen, Picknickplätze und ein Café bereiten große Freude. Hinterher stellt sich ein unbeschreibliches Gefühl ein, als ob du schwebst! Dieser Ausflug hat sich gelohnt, ich werde sicher wieder hinfahren. Meine nächsten Geschenkideen sind gesichert!


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Kommentare: 2
  • #1

    Dagmar (Donnerstag, 21 September 2017 20:27)

    Ich ich ich will so ein Geschenk!!!!!! Sehr differenzierter und gefühlvoller Eindruck in Wort und Bild, ich kann es mir gut vorstellen und ahne etwas von der Magie. Inspirierend.

  • #2

    Christel (Donnerstag, 21 September 2017 20:33)

    @Dagmar: Du bist längst vorgesehen! :-)