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Lyrisches 2

Das Blau der Havel schimmert durch die Bäume,

das Jahr ist jung, erst einen Tag -

Vom Wind zerrissen sind die Träume,

die ich mir nicht gestatten mag.

 

Die Wünsche auf ein Blatt geschrieben,

das auf dem Wasser schon enteilt,

der Wind hat es hinweggetrieben,

die Hoffnung aber ... ungeteilt.

 

Wo willst du hin, was ist gewesen?

Die Frage wurde oft gestellt.

Hast du das Leben je gelesen,

hat es die Zukunft dir erhellt?

 

Es wird nicht leichter, glaub das ja nicht,

nur weil ein neues Jahr beginnt.

Doch aus dem Dunkel wird bald Licht,

wenn man sich auf die Kraft besinnt.

 

 

Neujahrsspaziergang

 


 

Wir oder Ihr -

muss ich mir diese Frage stellen?

Es nimmt mich mit das Wir

es lässt mich hier das Ihr.

Und auch das Du bringt mich nicht weiter.

Zwar will ich angehören Dir,

und doch sind wir nun mal kein Wir.

 

Scheiss doch auf die Pronomen!

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Dagmar (Montag, 01 Januar 2018 19:57)

    Die avantgardistische Art des zweiten Gedichtes - also insbesondere das coole Ende - macht spaß. Ja, genauso, denk ich. und dazu die schönen Fotos von der Lichtausstellung...
    Die Träume auf Papier und dann auf dem Wasser, eigentlich eine viel genutzte Metapher. aber bei deinem Gedicht seh ich es vor mir und fühle es auch ein wenig. Fein.

  • #2

    Gabriele (Montag, 01 Januar 2018 22:38)



    Zeigt die trübe, dunkle Seite dir auch oft das Leben,
    ist´s vom Bild doch nur der Schatten,
    um das Licht zu heben.
    A.Grün

    Liebe Christel
    zum Niederknien.... ich danke Dir sehr!